Die Stimmen ziehen sich zurück, zerfließen
in Schweigen. . .
Aus einer solch grüblerischen, beinahe
unwirklichen Stille erwächst auch das
erste der späten Lieder op. 91 von
Johannes Brahms. Und alle weiteren Lieder
dieses Konzept-Albums stehen in dessen Nachfolge
und im weiteren Dunstkreis des Shakespeare’schen
Hamletstoffes.
Sicherlich ist dieses Album ein Muß
für die Lied-Connaisseurs, nicht nur
wegen der ungewöhnlichen Kopplung,
sondern auch wegen der drei Solisten, die
in allergrößtem Einklang lange
an dem Album gearbeitet haben und ein außergewöhnliches
Resultat vorlegen.
„……Folkloristische Elemente
kennzeichnen die 13 verschiedenen Charakterstücke
und den höchst persönlichen Klavierkompositionsstil
Dvoráks. Seine Orchesterwerke, Solokonzerte
und die Kammermusik kenne und liebe ich
seit vielen Jahren, so lag der Schritt nahe,
mich intensiv seiner fast unbekannten Klaviermusik
zu widmen.
Historisch gesehen stehen die Poetischen
Stimmungsbilder in der Tradition von Mendelssohns
Lieder ohne Worte, Griegs Lyrischen Stücken
oder Schumanns Albumblättern.
Dvorák komponierte seinen größten
Zyklus für Klavier solo 1889, also
vor seinem Amerika-
Aufenthalt. Er legte großen Wert auf
die vollständige Wiedergabe des Zyklus:
„ Es wird allerdings schade sein,
dass wahrscheinlich wenige Pianisten soviel
Mut haben werden, sie alle nacheinander
zu spielen ( sie dauern fast eine Dreiviertel
Stunde), aber nur dann kann sich der Hörer
die richtige Vorstellung machen, was ich
etwa dachte, denn diesmal bin ich nicht
nur absoluter Musiker, sondern Poet.“
(Auszug aus dem Booklettext von Claudia
Schellenberger)
VÖ: 18. Mai 2012
EVGENIA RUBINOVA "RACHMANINOFF"
Die Mehrdeutigkeit von Rachmaninoffs Musik
„Mir liegt am Herzen, die Mehrdeutigkeit
von Rachmaninoffs Musik zu zeigen, ihre
Schlichtheit, ihre Melancholie, ihr Frühlingsrauschen,
ihre Distanziertheit, ihren Witz, ihren
Glockenklang,
ihre Selbstmitleidlosigkeit, ihren Edelmut,
ihre Sensibilität, ihren Farbenreichtum,
ihre Großzügigkeit:
insgesamt die vielschichtigen Charaktereigenschaften
Rachmaninoffs.
Beim Klavierwettbewerb in Leeds wurde Evgenia
Rubinova 2003 - wie zuvor beispielsweise
Mitsuko Uchida und Lars Vogt - mit der Silbermedaille
ausgezeichnet.
Ihre Debüt-CD, die bei EMI erschien,
erhielt international beste Kritiken.
VÖ: 16. März 2012
ANTTI SIIRALA – mit Beethoven unterwegs
Den Kosmos des Klaviers durchmessen.
Ein Universum erkunden, das keine Begrenzung
kennt, nur noch komplexe Proportionen.
Linien zartesten Gesangs ersinnen und Akkorde
wie Hammerschläge, innige Choräle
und dramatische Monologe, bei denen die
Saiten des Pianoforte die Gabe der Rede
zu gewinnen scheinen - all dies gehört
zum grandiosen Unternehmen der letzten Sonaten
des
Ludwig van Beethoven.
„Sonata“ wörtlich genommen:
„Klangstück“ eben.
Beim Leeds-Wettbewerb 2003 überzeugte
der junge finnische Pianist: er wurde mit
dem 1. Preis, der Goldmedaille und dem Publikumspreis
ausgezeichnet.
VÖ: 20. April 2012
Hörfunk CD-Tipp Auszeichungen:
CAvi-MUSICA AUTENTICA
Die zweite Aufnahme einer kleinen Seitenlinie
des CAvi-music Labels, das sich vor allem
der sog. authentischen und historischen
Aufführungspraxis widmet, die sich
ja nicht nur auf die Renaissance- und Barockzeit
erstreckt, sondern bis tief in die Romantik
hineingeht.
VIVIANA SOFRONITSKY – SCHUBERT auf
zeitgenössischem Flügel
Viviana Sofronitsky zählt zu den weltweit
führenden Interpreten auf dem Hammerklavier.
Die russisch stämmige, heute in der
Tschechei lebende Expertin für alte
Instrumente fordert einen Graf-Flügel
(Nr. 319 - 1819), (nach-) gebaut von dem
wohl einzigartigen Instrumentenbauer Paul
McNulty heraus, einen fulminanten Schubert
zum klingen zu bringen.
Die Wanderer-Fantasie (1823 – das
Jahr der Unvollendeten) ist richtungweisend
für das weitere Schaffen auf dem Weg
zur großen Symphonie’, auch
wenn es erkennbar der Liedsphäre entsprungen
ist.
Ebenso wie die Impromptus lebt sie von einem
unerreichten Melodieneinfall und deren Veränderungen,
von unbeschreiblichen, atemberaubenden Harmonieverschlängelungen
und zeigt alle Modernität im frühen
19.Jahrhundert.